Mittagsimpuls: Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit stellt "develoPPP" vor

Im Mittagsimpuls am 8. Juni 2026 stellten Claudia Crapet und Christian Möller von der Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit GmbH das Programm "develoPPP" vor, das privatwirtschaftliches Engagement in Entwicklungs- und Schwellenländern fördert.

dampfende Kaffeetasse steht vor aufgeklapptem Laptop, der Bildschirm zeigt Kacheln mit sehr verschwommenen Gesichtern

In einer weiteren Ausgabe des noch recht neuen iMOVE-Formats "Mittagimpuls" präsentierte die Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH das vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) geförderte Programm "devloPPP".

Christian Möller stellte zu Beginn das Förderprogramm in Zahlen vor, welches bereits seit 25 Jahren besteht und sich seither branchenunabhängig für eine nachhaltige Entwicklung in Partnerländern einsetzt. Die Durchführung liegt hierbei bei der GIZ selbst und der Deutschen Investitions- und Entwicklungsgesellschaft mbH (DEG).

Was ist develoPPP?

Mit dem Programm develoPPP unterstützt das BMZ Unternehmen, die in Entwicklungs- oder Schwellenländern investieren möchten. Gefördert werden Projekte, die sowohl für die Unternehmen als auch für die Entwicklung der Regionen und Menschen vor Ort Vorteile bringen. Unternehmen können finanzielle Unterstützung und fachliche Beratung erhalten, wenn sie ihre Aktivitäten in diesen Ländern nachhaltig ausbauen möchten.

Das Programm zeichnet sich durch zwei Förderlinien aus: "develoPPP Classic" und "develoPPP Ventures". Letzteres ist fokussiert auf junge Unternehmen oder "Start-ups" in Entwicklungs- und Schwellenländern. In Kenia läuft dazu aktuell ein Pilotprojekt. Weitere Länder sollen folgen. DeveloPPP Classic richtet sich hingegen an etablierte Unternehmen, die im Ausland bereits tätig sind und ihre Arbeit vor Ort wirtschaftlich ausbauen wollen.

DeveloPPP Classic als Kooperationsmodell

Neben den Förderrichtlinien und Mindestanforderungen, die an die Projekte gestellt werden, spielen auch thematische Schwerpunkte eine Rolle. So stellen kritische Rohstoffe, Klima, Fachkräfte, Energie und Wiederaufbau – hier mit Fokus auf der Ukraine, Gaza und Syrien relevante Voraussetzungen für die Projektvorschläge.

Claudia Crapet erklärte den Teilnehmenden, dass im Rahmen eines Kooperationsvertrags die GIZ und die Unternehmen das Projekt gemeinsam planen und dabei konkrete Arbeitspakete festlegen könnten. Diese würden unter den Partnern aufgeteilt, und von der GIZ und den Unternehmen eigenständig und auf jeweils eigene Kosten bearbeitet.

Bei dieser Vertragsart fließe kein Geld zwischen den Projektpartnern, so Crapet. Alle Gelder oder Dienstleistungen werden direkt zur Umsetzung der jeweils definierten Maßnahmen verwendet. Darüber hinaus gibt es auch andere Partnerkonstellationen, die gewählt werden könnten:

  • Mehrere Unternehmenspartner
  • Arbeitsgemeinschaft
  • Drittpartner

Erfolgreiche Projekte aus der Praxis

Ein Beispiel aus Ruandas Baubranche zeigt wie die Zusammenarbeit zwischen der GIZ und einem lokalen Partner funktionieren kann. Christian Möller berichtete von einem Projekt des ruandischen Bauunternehmen MASS.Build Ltd. Als Projektpartner entwickelten sie ein praxisnahes und staatlich anerkanntes Ausbildungsprogramm. Im Rahmen der gemeinsamen Initiative wurden nahezu 600 Auszubildende qualifiziert, darunter mehr als 200 Frauen. Die Ausbildung umfasste die Gewerke Maurerei, Tischlerei, Klempnerei und Schweißerei sowie Schulungen zu Arbeitsschutz- und Sicherheitsstandards.

Viele Partner bedeuten viele Synergien! Dies zeigte ein weiteres Projekt zwischen den Ländern Ghana und der Demokratischen Republik Kongo. Hier schlossen sich mehrere Projektpartner aus dem Banken- und Finanzwesen zusammen, um eine höhere Servicequalität im Finanzsektor durch qualifiziertes Personal zu erreichen. Als Ergebnis stand nach fünfjähriger Projektlaufzeit die Ausbildung von 2.255 Personen (35 % Frauenanteil), die Zertifizierung von 141 Trainerinnen und Trainern sowie die Erstellung von Curricula mit 143 Trainingsangeboten in unterschiedlichen Formaten (Präsenz, Hybrid, E-Learning), berichtete Möller.

Fazit

Nach der Präsentation hatten die Teilnehmenden Gelegenheit, ihre Fragen und Anregungen einzubringen. Vor allem die Frage nach Kooperationsmöglichkeiten mit öffentlichen Einrichtungen wurde hierbei besprochen. Auch der Verweis auf den laufenden Sonderwettbewerb zwischen der Europäischen Union und Madagaskar kam zur Sprache. Insgesamt zeigten die Praxisbeispiele wie vielseitig die Förderung durch das Programm "develoPPP" aussehen könnte. Claudia Crapet und Christian Möller betonten, dass die GIZ bei der Ausarbeitung von Ideen unterstützte und die Bewerbungen der deutschen Bildungswirtschaft begrüßt würden. Vor allem die Möglichkeit sich als deutscher Bildungsanbieter mit weiteren Projektpartnern (im Inland oder Ausland) zusammenzuschließen, könnte für viele Firmen und Einrichtungen eine spannende Möglichkeit der Kooperation bieten.


Weitergehende Informationen

Verantwortungsvoll investieren. Entwicklung fördern – develoPPP

 

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