Förderliche und hinderliche Bedingungen von Skills Partnerships

Rund 25 Teilnehmende diskutierten am 17. Juni 2026 in einem interaktiven Online-Seminar von iMOVE und der Universität Bremen, welche Rahmenbedingungen für nachhaltige und faire Skills Partnerships entscheidend sind. Im Mittelpunkt standen aktuelle Ergebnisse aus dem europäischen Forschungsprojekt SKILLS4JUSTICE und deren Einordnung aus der Praxis.

Zange und Schraubendreher

Das Online-Seminar war Teil einer vierteiligen Veranstaltungsreihe von iMOVE und dem Institut Technik und Bildung (ITB) der Universität Bremen zur internationalen Fachkräftegewinnung. Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen die Kontextbedingungen potenzieller Skills Partnerships.

Frieda Klaus und Dr. Andreas Saniter vom ITB stellten zunächst das von der Europäischen Union geförderte Projekt SKILLS4JUSTICE vor. Ziel ist es, eine evidenzbasierte Grundlage für den Aufbau und Erhalt von Skills Partnerships zu schaffen und daraus ein praxisorientiertes Toolkit zu entwickeln. Untersucht werden Herkunftsländer wie Äthiopien, die Ukraine, Nordmazedonien und die Türkei sowie verschiedene europäische Zielländer, darunter Deutschland.

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Partnerschaften auf Augenhöhe

Von Beginn an waren die Teilnehmenden aktiv eingebunden. Über eine Mentimeter-Abfrage tauschten sie sich darüber aus, was sie unter Skills Partnerships verstehen und welche Aspekte bei ihrer Gestaltung berücksichtigt werden sollten. Im Vordergrund standen Kooperationen auf Augenhöhe, Vorteile für alle beteiligten Seiten und eine bedarfsorientierte Qualifizierung.

Dabei wurde deutlich: Nachhaltige Skills Partnerships dürfen nicht allein auf den Fachkräftebedarf des Ziellandes ausgerichtet sein. Ebenso berücksichtigt werden müssen die Interessen der Herkunftsländer und der Erwerbsmigrantinnen und Erwerbsmigranten. Genannt wurden unter anderem faire Bedingungen für Fachkräfte, frühzeitige Sprachförderung, verlässliche Anerkennungsverfahren und eine angemessene Verteilung von Kosten und Nutzen.

Externe und interne Bedingungen im Blick

In zwei Breakout-Gruppen diskutierten die Teilnehmenden anschließend förderliche und hinderliche Bedingungen von Skills Partnerships. Auf einem gemeinsamen digitalen Miro-Board konnten sie ihre Beiträge selbst einstellen und verschiedenen Kategorien zuordnen. So entstand ein intensiver und unmittelbarer Austausch.

Bei den externen Bedingungen wurden unter anderem eine Willkommenskultur, Unterstützung während des Migrationsprozesses, ein passendes Matching zwischen Fachkräften und Arbeitgebern sowie nachhaltige Strukturen als förderlich bewertet. Als mögliche Hindernisse wurden beispielsweise Fremdenfeindlichkeit, unterschiedliche Zugangsvoraussetzungen und wirtschaftliche Zwänge diskutiert.

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Kühn, Klaus, Saniter ITB Uni Bremen
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Kühn, Klaus, Saniter ITB Uni Bremen

Bei den internen Bedingungen standen Sprachkurse und interkulturelle Vorbereitung, ausreichende personelle und finanzielle Ressourcen sowie eine frühzeitige Planung im Vordergrund. Auch Anerkennungsverfahren und ein realistisches Erwartungsmanagement gegenüber den beteiligten Unternehmen wurden als wichtige Faktoren benannt.

Mehrwert für Herkunftsländer mitdenken

In der anschließenden lebhaften Plenumsdiskussion wurde insbesondere die Frage vertieft, wie der "Triple-Win"-Anspruch von Skills Partnerships umgesetzt werden kann. Ein wesentliches Ergebnis war, dass der Mehrwert für die Herkunftsländer strukturell in den Partnerschaften verankert werden sollte.

Als mögliche Ansätze diskutierten die Teilnehmenden Bildungsangebote, die sowohl im Herkunfts- als auch im Zielland nutzbare Qualifikationen vermitteln, sowie Wissenstransfer, internationale Lehrgänge und die Stärkung der Berufsbildungs- und Versorgungssysteme in den Herkunftsländern. Zugleich wurde deutlich, dass Skills Partnerships aufgrund unterschiedlicher rechtlicher, wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Rahmenbedingungen nicht nach einem einheitlichen Muster funktionieren können.

Fortsetzung im September

Die Ergebnisse des Workshops fließen in die weitere Arbeit des Projekts SKILLS4JUSTICE und die Entwicklung eines praxisorientierten Toolkits ein.

Die gemeinsame Veranstaltungsreihe von iMOVE und der Universität Bremen wird am 16. September 2026 fortgesetzt. Im nächsten Workshop steht das Toolkit für sozial gerechte und nachhaltige Skills Partnerships im Mittelpunkt.

SKILLS4JUSTICE

Im EU-geförderten Projekt "Skill partnerships for sustainable and just migration patterns" (SKILLS4JUSTICE) widmet sich ein Forschungsvorhaben der Sammlung und Analyse der Berichte von Migrantinnen und Migranten. Ziel ist ein besseres Verständnis des subjektiven Verständnisses der Betroffenen, um kollektive Erfahrungen sichtbar und zudem für die Weiterentwicklung der Strukturen und Angebote nutzbar zu machen.

Es zeigt sich, dass die Erlebensberichte für Personen im Vergleich von Flucht- und Qualifikationskontext durchaus unterschiedlich sind und die daraus resultierenden Anforderungen einer differenzierten Antwort bedürfen.

Das HORIZON-geförderte Projekt "Skill partnerships for sustainable and just migration patterns" (SKILLS4JUSTICE) zielt darauf ab, eine evidenzbasierte Grundlage zur Gestaltung von Qualifikations- und Bildungspartnerschaften zu entwickeln und so zu einer zukunftsfähigen Fachkräftegewinnung über Grenzen hinweg beizutragen.

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