Steinmeier: Reise nach Indonesien, auf die Philippinen und nach Usbekistan

Die Reise des Bundespräsidenten stärkte die politischen Beziehungen zu den Ländern, vertiefte die wirtschaftliche Zusammenarbeit und förderte den Austausch im Bereich Bildung und Fachkräfte.

Der Bundespräsident führte politische Gespräche und besuchte Orte, die für Glauben, Kultur und Geschichte stehen. Begleitet wurde das deutsche Staatsoberhaupt von einer Wirtschaftsdelegation.

Indonesien

In einer Zeit, in der die Welt aus den Fugen geraten zu sein scheint, in der Misstrauen, Machtpolitik oder Gewalt vielerorts wieder zunehmen, ist eine verlässliche Partnerschaft wie die zwischen Indonesien und Deutschland wichtiger denn je.

Bundespräsident Steinmeier

In Jakarta empfing Staatspräsident Prabowo Subianto den Bundespräsidenten mit militärischen Ehren. Beide Präsidenten betonten das gemeinsame Ziel, die politische und wirtschaftliche Partnerschaft weiter zu vertiefen, vor allem im Handel und in der Fachkräftegewinnung.

Die EU hat im letzten Jahr mit Indonesien ein Freihandelsabkommen abgeschlossen, das es nun umzusetzen gilt. Der Bundespräsident würdigte Indonesien zudem als Stabilitätsfaktor in der ASEAN-Region. Die Partnerschaft zwischen beiden Ländern soll weiter vertieft werden - und zwar nicht nur auf politischer Ebene, sondern auch in den Bereichen Wirtschaft, Fachkräfte, Klima, Wissenschaft und Kultur.

Philippinen

Am zweiten Tag seiner Reise traf er in Manila den philippinischen Staatspräsidenten Ferdinand Marcos Jr.

Beide sprachen über politische Fragen und wirtschaftliche Chancen der Zusammenarbeit. Ich finde, es war höchste Zeit für den Besuch eines deutschen Bundespräsidenten, sagte er bei einer gemeinsamen Pressekonferenz.

Beide Präsidenten betonen zudem die Bedeutung der Partnerschaft zwischen Deutschland und den Philippinen. Als gleichgesinnter Partner bei der Aufrechterhaltung der globalen Ordnung, des Friedens und der Stabilität in Asien oder für die Zusammenarbeit zwischen der Staatengemeinschaft ASEAN und Deutschland und der EU oder bei der Vernetzung unserer Volkswirtschaften, bei der Bekämpfung des Klimawandels und seiner Folgen und natürlich nicht zuletzt bei der Zusammenführung unserer Völker durch Migration qualifizierter Arbeitskräfte.

Der Bundespräsident besuchte im Anschluss das Unternehmen Lufthansa Technik Philippines, eines der größten Wartungszentren für Großraumflugzeuge weltweit, das fast ausschließlich philippinische Fachkräfte nach deutschen Standards ausbildet.

Zudem sprach der Bundespräsident mit der Friedensnobelpreisträgerin Maria Ressa. Sie berichtet über ihre Arbeit für Pressefreiheit und Demokratie. Am Abend führt die Reise weiter nach Taschkent in Usbekistan.

Usbekistan

Am Mittwochnachmittag traf der Bundespräsident den usbekischen Staatspräsidenten Schawkat Mirsijojew zu einem gemeinsamen Gespräch. Danach unterzeichnete die deutsche Wirtschaftsdelegation im Beisein beider Präsidenten Vereinbarungen zu mehreren Projekten deutscher Unternehmen in Usbekistan.

Als Zeichen der Freundschaft zwischen beiden Ländern pflanzten der Bundespräsident und Präsident Mirsijojew zudem einen Baum im Garten der Residenz. Ich bin gern gekommen, nicht nur weil mir die Beziehungen zwischen Usbekistan und Deutschland, Zentralasien und Europa am Herzen liegen, sondern weil ich unseren politischen Austausch in all den letzten Jahren über die Maßen geschätzt habe, sagte der Bundespräsident bei einer Begegnung mit der Presse. 

Zentralasien ist eine Brücke zwischen Fernasien und Europa.

Bundespräsident Steinmeier

Anschließend besuchte der Bundespräsident das Unternehmen Papenburg. Dort nahm er an einer Veranstaltung zum Thema Fachkräftemigration teil und kam mit Auszubildenden, deutschen Unternehmen und Ausbildern ins Gespräch.

Bereits vor knapp zwei Jahren haben Deutschland und Usbekistan ein Migrationsabkommen geschlossen. Einige Betriebe bilden bereits in Usbekistan nach deutschen Standards aus, damit junge Menschen später in Deutschland etwa in der Pflege oder im Straßen- und Tiefbau arbeiten können. Andere kommen schon für ihre Ausbildung nach Deutschland. Es gibt einen Wettbewerb um ausgebildete Arbeitskräfte und diesen Wettbewerb sollten wir annehmen, so der Bundespräsident.


Quelle: Der Bundespräsidident, bundespraesident.de, 14.06.2026