"Die Partnerschaft mit Indien hat für Deutschland eine hohe Priorität"

Bundeskanzler Merz hat in Indien Premierminister Modi zu Gesprächen getroffen. Lesen Sie in der Mitschrift der Pressekonferenz die Ausschnitte zum Thema Bildung, Ausbildung und Fachkräfte.

Bundeskanzler Friedrich Merz ist zu Beginn seiner Indienreise von Premierminister Narendra Modi in dessen Heimatbundesstaat Gujarat empfangen worden. Die Einladung dorthin sei eine ganz besondere Ehre, so der Kanzler. Gujarat gilt als Wiege des modernen Indien – von dort aus führte der Nationalheld Mahatma Gandhi seinen gewaltlosen Kampf für Freiheit, Selbstbestimmung und Demokratie.

In dem gemeinsamen Pressestatement mit Premierminister Modi unterstrich der Kanzler, dass die Voraussetzungen für die erneuerte und vertiefte Partnerschaft zwischen Deutschland und Indien kaum besser sein könnten als gegenwärtig. „Deutschland als der einwohnerstärkste und wirtschaftlich stärkste Staat der Europäischen Union und Indien als die größte Demokratie der Welt, uns verbinden grundlegende Werte“, sagte Merz. „Das hochdynamische Indien und das technologisch führende Land Deutschland, wir teilen wesentliche Interessen.“ Gegen Jahresende sollen Regierungskonsultationen in Berlin stattfinden.

Lesen Sie hier das Wichtigste in Kürze

  • Internationale Ordnung: Deutschland und Indien seien nicht in allen Fragen immer nur einer Meinung, aber es gebe große Übereinstimmungen, so der Kanzler. „Wir setzen uns für eine internationale Ordnung ein, in der wir frei und sicher leben können“, so der Kanzler. Sicherheitspolitisch wollen beide Länder enger zusammenrücken. In Gujarat wurde hierzu eine Absichtserklärung unterzeichnet, die eine engere Zusammenarbeit der Verteidigungsindustrien vorsieht.
  • Wirtschaftliche Beziehungen: Freihandel und offene Märkte – diese Prinzipien betonte der Kanzler. Beide Länder vereinbarten, die Zusammenarbeit in zentralen Bereichen wie Kritischen Mineralien, Künstliche Intelligenz oder Digitalisierung zu vertiefen. Zudem müssten die Verhandlungen zu einem Freihandelsabkommen zwischen Indien und der EU nun dringend abgeschlossen werden, so der Kanzler.
  • Bildung und Fachkräfte: "Gut ausgebildete Fachkräfte sichern unseren Wohlstand in Deutschland", sagte Kanzler Merz. Indien verfüge über hervorragend ausgebildete junge Menschen, das sei eine Chance für beide Seiten. Deshalb würden Wege für legale und geordnete Migration gebahnt, über duale Ausbildungs- und Studienangebote, gezielte Visaverfahren und Partnerschaften zwischen Hochschulen und Unternehmen.

Ausschnitte zu Bildung, Ausbildung und Fachkräften aus der Mitschrift des Pressestatements von Premierminister Narendra Modi:

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Die umfassende Roadmap zur weiterführenden Bildung, die wir heute vorbereitet haben, verleiht unserer Partnerschaft neue Impulse im Bereich der Bildung. Ich lade deutsche Universitäten ein, ihre Campus in Indien zu eröffnen.

Ich möchte Bundeskanzler Merz auch dafür danken, dass Sie visafreien Transit für indische Staatsbürger angekündigt haben. Auch das wird helfen, die Menschen beider Länder näher miteinander zu verbinden.

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Ausschnitte zu Bildung, Ausbildung und Fachkräften aus der Mitschrift des Pressestatements von Bundeskanzler Friedrich Merz

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Die Region Gujarat, dieser Teil Indiens, steht für eine beeindruckende wirtschaftliche Dynamik, für eine Dynamik Indiens von der Textilindustrie über hochmoderne, smarte Industrieparks bis hin zu einer heute lebendigen Start-up-Szene. Die Region ist zudem ein pulsierender Standort für Hochschulen, für Ingenieure, für angewandte Forschung. Hier in Gujarat ist also mit Händen zu greifen, worum es uns beiden bei diesem heutigen Besuch von mir geht, nämlich die grundlegenden politischen Werte, die uns verbinden, die enormen wirtschaftlichen Chancen, die sich vor uns auftun, und unsere immer engere Verflechtung mit Blick auf Fachkräfte und Bildung.

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Schließlich, drittens – Premierminister Modi hat darauf hingewiesen –: Wir wollen noch enger zu Bildung und Fachkräften zusammenarbeiten. Gut ausgebildete Fachkräfte sichern unseren Wohlstand in Deutschland. Sie sind motiviert, kreativ und innovativ. Deutschland braucht qualifizierte Profis im Handwerk, in der Industrie, in der Pflege, in der Informationstechnologie und in Ingenieursberufen. Indien verfügt über hervorragend ausgebildete junge Menschen. Das ist eine Chance für beide Seiten, die wir nutzen wollen. Wir bahnen deshalb die Wege für legale und geordnete Migration über duale Ausbildungs- und Studienangebote, gezielte Visa- und Fast-Track-Verfahren sowie Partnerschaften zwischen Hochschulen und Unternehmen.

Meine Damen und Herren, 60.000 junge Inderinnen und Inder studieren heute schon in Deutschland, sie machen heute bereits die größte Gruppe ausländischer Studenten in Deutschland aus. Die Zahl der dringend benötigten hochqualifizierten indischen Fachkräfte in Deutschland wächst rasant. Jetzt schon gehören Inderinnen und Inder mit zu den erfolgreichsten Zuwanderern in Deutschland. Wir wollen das für die Zukunft weiter unterstützen und fördern. Wir wollen diesen Trend verstärken, beispielsweise durch einen Ausbau des digitalen Lernangebotes für die deutsche Sprache in Indien. Und schließlich: Wir schaffen mit der Global Skills Partnership einen Rahmen für indische Fachkräfte im Gesundheitswesen.


Quelle: Die Bundesregierung, bundesregierung.de, Auszüge aus einer Mitschrift der Pressekonferenz, 12.02.2026