Simbabwe als Markt für Aus- und Weiterbildung im Blick

Rund 30 Teilnehmende informierten sich am 10. März 2026 im Webinar "Berufliche Aus- und Weiterbildung in Simbabwe" über Entwicklungen im simbabwischen Berufsbildungssektor und über Marktchancen für deutsche Unternehmen.

junge Frau, mutmaßlich Afrikanerin, mit Arbeitshelm formt ein ok-Zeichen mit den Fingern

Das Webinar fand im Rahmen des Markterschließungsprogramms für KMU statt, wurde von der Deutschen Industrie- und Handelskammer für das südliche Afrika (AHK Südliches Afrika) durchgeführt und von iMOVE als Fachpartner begleitet.

Politische und wirtschaftliche Lage

Den politischen Auftakt setzte das Briefing von Botschafter Christoph Retzlaff, Deutsche Botschaft Harare, der die politischen Rahmenbedingungen in Simbabwe einordnete.

Neben der politischen Einordnung vermittelte Retzlaff auch aus wirtschaftlicher Sicht ein konstruktives Bild von Simbabwe: Das Land entwickelt sich zu einem vielversprechenden Markt. Laut den vorgestellten Zahlen ist die Inflation deutlich gesunken, für 2026 wird ein Wirtschaftswachstum von 4,6 Prozent erwartet, und das Geschäftsumfeld zeigt Fortschritte.

Weiter hob Retzlaff hervor, dass sich die Rahmenbedingungen für ausländische Unternehmen verbessert haben. So sieht das ZIDA-Gesetz (ZIDA: Zimbabwe Investment and Development Agency Act) grundsätzlich die freie Übertragung von Kapital, Dividenden und weiteren Mitteln in und aus Simbabwe vor, sofern die entsprechenden Voraussetzungen erfüllt sind.

TVET-Reformen und Investitionschancen

Ein Highlight des Webinars war die Teilnahme von Dr. Joseph Zuva – Stellvertretender Direktor für Lehrplanentwicklung, Ministerium für Jugendförderung, Entwicklung und Berufsausbildung in Simbabwe.

Dr. Zuva stellte die TVET-Politik des Landes vor und machte deutlich, dass Simbabwe seine Berufsbildung stärker an Arbeitsmarktbedarf, unternehmerischen Kompetenzen und industrieller Entwicklung ausrichtet. Die Ziele reichen von einem breiteren Zugang zu Berufsbildung über eine höhere Qualität und Relevanz der Ausbildung bis zu engeren Partnerschaften zwischen Bildungsinstitutionen und Wirtschaft.

Zugleich benannte Dr. Zuva konkrete Felder für eine Beteiligung deutscher Unternehmen: gefragt sind unter anderem moderne Werkstätten und Labore, aktuelle Ausbildungstechnologien, Qualifizierung von Lehrpersonal, Curriculumentwicklung sowie Partnerschaftsmodelle mit Ausbildungszentren und Unternehmen. Besonders hob er die Chancen in zukunftsorientierten Bereichen wie erneuerbare Energien hervor.

Chancen für deutsche Bildungsanbieter

Besonders praxisnah waren die Ausführungen von Bernd Doppelfeld, Repräsentant Simbabwe der AHK Südliches Afrika.

Doppelfeld zeigte, dass im simbabwischen Berufsbildungssystem ein erheblicher Modernisierungsbedarf besteht und daraus konkrete Marktchancen für deutsche Anbieter entstehen. Er nannte vor allem den hohen Bedarf an Praxisorientierung und Qualitätsverbesserung, den Mangel an moderner Ausrüstung und didaktischem Material, die Nachfrage nach neuen Technologien und grünen Lösungen sowie Möglichkeiten in der Curriculum-Entwicklung, bei Train-the-Trainer-Programmen, Online-Kursen und Partnerschaften.

Fazit

Das Webinar zeigte deutlich, dass sich Simbabwe mit seiner Reformorientierung, dem Ausbau des TVET-Sektors und dem Bedarf an moderner Infrastruktur und Qualifizierung zu einem vielversprechenden Markt für deutsche Aus- und Weiterbildungsanbieter entwickeln kann.

Markterschließungsprogramm

Die Veranstaltung fand im Rahmen des Markterschließungsprogramms (MEP) des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE) statt. Das MEP unterstützt kleine und mittlere Unternehmen (KMU) bei ihrem Einstieg in ausländische Märkte. 

Informationen beim BMWE

Informationen beim GTAI-Exportguide