Ägypten befindet sich in einem anspruchsvollen Transformationsprozess.
Die Zukunftsperspektive des Landes hängt davon ab, ob mit dem politischen Wandel tiefgreifende Wirtschafts- und Bildungsreformen einhergehen. Eine politische Stabilisierung in Ägypten kann nur gelingen, wenn eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung und ausreichend Arbeitsplätze für die ägyptische Bevölkerung geschaffen werden können.
Der Rückgang der wirtschaftlichen Aktivitäten seit dem Anfang der Revolution führte dazu, dass die Arbeitslosigkeit in den letzten zwei Jahren stark zugenommen hat. Besonders betroffen sind junge Ägypterinnen und Ägypter. Nach Schätzungen ist ein Viertel der unter 25-Jährigen arbeitslos.
Jahrzehntelange Versäumnisse im Bildungssektor haben zu einer Stagnation im staatlichen Schulwesen geführt. Zusätzlich hat das starke Bevölkerungs-wachstum eine steigende Nachfrage nach Bildungsangeboten zur Folge, die derzeit vom Staat bei Weitem nicht bedient werden kann.
Die Analphabetenrate liegt bei über dreißig Prozent. Die Defizite im Bereich der Berufsausbildung sind groß. Viele Unternehmen in Ägypten beklagen das Fehlen von qualitativ hochwertigen und für ihren Wirtschaftsbereich relevanten Aus- und Weiterbildungsprogrammen für ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Der Mangel an qualifizierten Arbeitskräften ist ein wesentliches Hindernis für die Entwicklung der ägyptischen Wirtschaft. Um Ägyptens junge Bevölkerung für den Arbeitsmarkt zu qualifizieren, bedarf es umfassender Reformen, die ohne den Wissenstransfer aus dem Ausland kaum zu bewältigen sind.
Die Bundesrepublik Deutschland unterstützt den Prozess der Demokratisierung in Ägypten mit einer Vielzahl von Maßnahmen im Rahmen einer Transformationspartnerschaft. Bildungs- und Beschäftigungsförderung stehen dabei ganz oben auf der Agenda.